Kein neues zeitgemäßes Bad für Bonn – Koalition zeigt sich enttäuscht über das Votum im Bürgerentscheid

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Der Bürgerentscheid zum neuen Schwimmbad im Wasserland ist beendet. Die Auszählung der abgegebenen Stimmen hat folgendes Ergebnis gebracht: Mit JA haben gestimmt  51,94%, mit NEIN haben gestimmt 48,06%

Damit geht die jahrzehntelange Diskussion über die Entwicklung der Bonner Bäderlandschaft in eine weitere Runde und das Wasserlandbad wird nicht gebaut.

Die Fraktionsvorsitzenden der Koalition Dr. Klaus-Peter Gilles (CDU), Brigitta Poppe-Reiners und Hartwig Lohmeyer (GRÜNE) sowie Werner Hümmrich (FDP) zeigten sich enttäuscht über den Ausgang dieses Bürgerentscheids:

„Bedauerlicherweise konnten wir die Mehrheit der Bonner Bürgerinnen und Bürger, die am Bürgerentscheid teilgenommen haben, nicht von unserem Konzept, der Fortentwicklung und Modernisierung der Bäderlandschaft in unserer Stadt überzeugen. Es tut uns besonders leid, um die vielen Menschen, die sich bisher am Entstehungsprozess für ein barrierefreies, energetisch optimiertes Bad aktiv beteiligten und die sich auf ein attraktives, zeitgemäßes Bad gefreut hatten.

Nachdem im vorigen Jahr beim ersten Bürgerentscheid die Mehrheit der Abstimmenden sich bereits gegen eine Sanierung des Kurfürstenbades aussprach, fand nun leider trotzdem das Familien-, Schul- und Sportbad Wasserland nicht die nötige Unterstützung.

Wie die Finanzierung der Bäder in der Stadt gesichert und die zukünftige Bäderlandschaft in Bonn aussehen kann, darüber muss der Stadtrat mit der Fachverwaltung in Angesicht der beiden Bürgervoten nun in einen neuen Beratungsprozess eintreten. An diesem nicht kurzen Prozess wollen wir die Bürgerschaft breitmöglichst beteiligen.

Der Beratungsprozess schließt auch das Hardtbergbad und die Beueler Bütt mit ein. Denn nur nach der ursprünglichen Rechnung konnten mit den bisherigen finanziellen Mitteln die beiden Bäder saniert werden. Gleichfalls gilt dies für das Frankenbad, das nach dem bisherigen Konzept einer anderweitigen Nutzung, zugunsten der Bürgerinnen und Bürger der Nordstadt, zugefügt werden sollte. Auch muss geklärt werden, ob die Kinder und Jugendlichen, ob die jungen Familien, ob die Menschen mit Behinderungen weiterhin in den Rhein-Sieg-Kreis fahren müssen, weil ihnen in Bonn nicht die von ihnen nachgefragten Badangebote offeriert werden können. Die Zukunft des Vereinssports, die Inklusion, die Zukunft des Schulsports, alles muss neu geklärt werden. Durch den Ausgang des Bürgerentscheids ist jetzt wieder alles auf null gestellt.

Die Koalition begrüßt es trotzdem, dass sich so viele Bonnerinnen und Bonner an der Abstimmung beteiligt haben. Wir akzeptieren selbstverständlich die Ergebnisse der beiden Bürgerentscheide und würden uns freuen, wenn die Unterstützerinnen und Unterstützer des Bürgerentscheids sich jetzt konstruktiv in den weiteren Prozess einbringen und auch seriöse Finanzierungsmodelle für ihre Überlegungen vorlegen. Auch wenn bewusste Fehlinformationen wohl unstrittig den Ausgang des jetzigen Bürgerentscheids zumindest mit verursacht haben, sollten die Emotionen, die im Verlauf des Bürgerentscheids aufgetreten sind, ab jetzt der Vergangenheit angehören. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Stadtgesellschaft gemeinsam und konstruktiv in einen neuen Arbeitsprozess eintreten kann, an dessen Ende ein hoffentlich allseits akzeptierter Kompromiss eines neuen Bäderkonzept stehen kann.“